Die Deluxe Edition: Mehr Inhalt, mehr Ausreden?
Die Deluxe Edition, ach, die Deluxe Edition. Als ob ein paar kosmetische Gegenstände und die beiden Erweiterungen *Night Springs* und *The Lake House* die grundlegenden Probleme des Spiels beheben würden. Saga Anderson mit einem schicken Schal? Alan Wake mit einer lächerlichen Sonnenbrille? Das lenkt nicht davon ab, dass die Lichtmechanik zwar cool aussieht, aber oft frustrierend unpräzise ist. Und die ständigen Wechsel zwischen den beiden Protagonisten fühlen sich an wie ein ungeschickter Tanz zwischen zwei verschiedenen Spielen, die sich gegenseitig behindern. Apropos Alan Wake: Erinnern Sie sich an die unzähligen Fackeln, die man in Teil 1 sammeln musste, nur um dann festzustellen, dass man ständig Munition braucht? Die Nostalgie ist stark, aber die Gameplay-Mechaniken sind… sagen wir mal, *verbesserungswürdig*. Und dann ist da noch *Alan Wake Remastered*, das man als Bonus bekommt. Ein nettes Zugeständnis, aber auch ein Eingeständnis, dass man die Spieler dazu bringen will, die gesamte Saga zu kaufen, anstatt nur den zweiten Teil. Clever, aber auch zynisch.
Und dann die Lobeshymnen der Kritiker. Tristan Ogilvie von IGN schwärmt von der „mutigen und verrückten Survival-Horror-Storyline“. Mutig? Verrückt? Ich würde eher sagen: konfus und überladen. Die Geschichte ist so verschachtelt und voller Metaphern, dass man am Ende das Gefühl hat, mehr Fragen als Antworten zu haben. Und die Light-Based-Shooting-Mechanik, die angeblich „frisch geladen mit Energizers“ ist, fühlt sich oft klobig und unbefriedigend an. Es ist, als ob Remedy versucht hätte, zu viele Ideen in ein einziges Spiel zu packen, ohne sich wirklich auf die wichtigsten zu konzentrieren. Die Atmosphäre ist unbestreitbar großartig, aber Atmosphäre allein macht noch kein gutes Spiel. Man kann sich nicht auf den Lorbeeren der Grafik verlassen, wenn das Gameplay hinkt. Und die ständigen Jump Scares? Ehrlich gesagt, die sind billig und vorhersehbar. Ich kann nicht mehr, diese billigen Schockmomente!
Also, was bleibt? Ein visuell beeindruckendes, aber spielerisch fragwürdiges Horror-Spiel, das jetzt für 35€ zu haben ist. Ist es das Geld wert? Wenn Sie ein Fan des ersten Teils sind und bereit sind, sich durch eine verworrene Storyline zu kämpfen, dann vielleicht. Aber erwarten Sie keine Meisterleistung. Erwarten Sie eher ein Spiel, das mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet. Und erwarten Sie, dass Sie am Ende das Gefühl haben, von Remedy ein wenig ausgenommen worden zu sein. Denn das ist es, was sie am besten können: Hype erzeugen, Versprechen machen und dann enttäuschen. Und dann kommt der Preissturz, um die übrig gebliebenen Fans zu locken. Ein Teufelskreis, der sich wunderbar verkauft.


